Wenn eine Website träge lädt, passiert meistens nicht „ein großes Problem“, sondern viele kleine Dinge addieren sich: zu große Bilder, unnötige Dateien, fehlendes Caching oder ein Theme/Builder, der mehr lädt als nötig. Die gute Nachricht: Man kann das in den meisten Fällen ohne kompletten Relaunch spürbar verbessern.
Die häufigsten Bremsen (die wir ständig sehen)
1) Bilder sind zu groß (Dateigröße, nicht nur Pixel)
Ein 2000–2500px Hero kann okay sein – wenn das Bild sauber komprimiert ist. Das Problem ist selten die Auflösung, sondern die Dateigröße (z. B. 2–6 MB pro Bild). Dann ist jede „Optimierung“ am Cache nur Kosmetik.
2) Kein sauberer Cache / falsche Cache-Logik
Ohne Cache muss WordPress bei jedem Seitenaufruf viel rechnen (PHP, Datenbank, Builder). Ein guter Cache reduziert das drastisch – und ist meist der schnellste Hebel.
3) Zu viele Assets auf jeder Seite
Viele Plugins laden CSS/JS global, obwohl du sie nur auf 1–2 Seiten brauchst. Das ist wie: „Ich nehme das ganze Werkzeuglager mit, nur um eine Schraube anzuziehen.“
4) Externe Fonts / Tracking / Third-Party-Kram
Google Fonts, Tracking, iframes, Widgets – alles kann ausbremsen. Nicht immer „böse“, aber oft unnötig oder schlecht eingebunden.
Der pragmatische Fahrplan (so gehen wir ran)
Schritt 1: Bilder in den Griff bekommen
- Zielwerte (grob):
- Hero-Bilder: meist 200–500 KB, je nach Motiv
- Content-Bilder: oft 80–250 KB
- Formate: WebP/AVIF, aber mit Augenmaß.
- Wichtig: WordPress erzeugt mehrere Größen. Das ist normal — aber du solltest nur sinnvolle Größen behalten.
Schritt 2: Caching und „Critical CSS“ aktivieren
Caching ist nicht sexy, aber effektiv. Wichtig ist nicht „100 Häkchen setzen“, sondern:
- Seiten-Cache aktiv
- CSS/JS optimiert (mit Vorsicht bei Elementor)
- Lazy Load für Bilder (meist Standard)
- Cache nach Änderungen gezielt leeren
Schritt 3: Unnötige Dateien nur dort laden, wo sie gebraucht werden
Wenn du ein Tool wie Asset CleanUp nutzt (oder ähnliche Funktionen), kannst du pro Seite Dinge deaktivieren, die dort keinen Sinn ergeben. Das bringt oft mehr als „noch ein Optimierungsplugin“.
Schritt 4: Fonts lokal und sauber laden
Lokale Fonts sind gut – aber prüf, ob wirklich nichts extern nachgeladen wird. Eine einzige „vergessene“ Einbindung kann die ganze Seite ausbremsen.
Mini-Checkliste: „Schnell“ vs. „wirklich schnell“
- Bilder komprimiert und realistisch groß
- Cache aktiv + richtig konfiguriert
- Keine unnötigen globalen Assets
- Externe Fonts/Third-Party reduziert
- Mobile nicht vergessen (da fällt’s zuerst auf)
Fazit
Wenn deine Seite langsam ist, liegt’s selten an „WordPress an sich“. Fast immer sind es Bilder + Cache + zu viele globale Assets. Wer das sauber aufsetzt, bekommt eine Seite, die nicht nur beim Pagespeed gut aussieht – sondern sich auch für echte Menschen schnell anfühlt.

